KI generiert
Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Apple, das Unternehmen, das seinen Datenschutz so gerne wie einen Heiligenschein vor sich herträgt, hat gerade Google als KI-Partner für sein neues Siri verpflichtet. Ja, richtig gelesen. Der Konzern, der einst warb: „What happens on your iPhone, stays on your iPhone“ – lässt jetzt Googles Gemini-KI in die heiligen Hallen des Sprachassistenten ein.
Dabei war Siri jahrelang das Sorgenkind unter den Sprachassistenten. Während ChatGPT Gedichte schrieb, Code debuggte und Steuererklärungen erklärte, kämpfte Siri noch damit, einen simplen Timer zu stellen. Die neue Version soll das alles ändern – und der Antrieb dahinter kommt aus Mountain View.
Mit iOS 26.4 soll die neu aufgebaute Siri offiziell starten. Die wichtigsten Features klingen vielversprechend: „Personal Context“ bedeutet, dass Siri endlich in deinen Mails, Notizen und Nachrichten stöbern darf, um wirklich relevante Antworten zu liefern. „On-Screen Awareness“ erlaubt es dem Assistenten, zu sehen, was gerade auf dem Display ist – und entsprechend zu handeln. Und „In-App Actions“ soll Apps per Sprache steuern, ohne dass man sie überhaupt öffnen muss.
Klingt nach Science-Fiction? Ist es nicht. Google Gemini macht im Hintergrund die schwere Denkarbeit – komplexe Sprachverarbeitung, mehrstufige Planung, natürliche Konversation. Apple behält dabei die Kontrolle über die Oberfläche, das Daten-Routing und – natürlich – den Datenschutz. Zumindest offiziell.
Der Deal soll Apple rund 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr kosten. Jährlich. Für Google ist das natürlich ein Traum: Zugang zu Hunderten Millionen Apple-Geräten, ohne eine einzige App selbst installieren zu müssen. Und für Apple? Eine Chance, den peinlichen Rückstand bei der KI endlich aufzuholen – ohne die eigene Forschung komplett neu aufbauen zu müssen.
Ob der Start tatsächlich noch im März klappt, ist übrigens nicht ganz sicher. Bloomberg zufolge könnte sich das Ganze auf iOS 26.5 oder sogar iOS 27 verschieben – ein Apple-typisches Muster. Aber wenn es dann kommt, dürfte das für Siri tatsächlich eine echte Wiedergeburt sein. Und für uns Nutzer: endlich ein Sprachassistent, der nicht mit Fragezeichen antwortet, wenn man ihn nach dem Wetter fragt.



